Grundsätzliches zum Anti-Jagd-Training


Hundeerziehung ist eigentlich gar nicht so schwer – trotzdem mühen sich die meisten Hundehalter ziemlich damit ab. Dabei ist das Grundprinzip ganz einfach: gewünschtes Verhalten wird belohnt, unerwünschtes bestraft.

In der Theorie ist das jedem Hundebesitzer klar, aber in der Praxis lässt sich das nicht immer so leicht umsetzten. Was meistens noch ganz gut klappt ist dem Hund etwas beizubringen. Da reicht es, wenn man das gewünschte Verhalten durch Lob und Leckerli positiv verstärkt und im Nu hat der Hund es verstanden.

Viel schwieriger ist es, ein unerwünschtes Verhalten abzugewöhnen. Versuchen Sie doch einmal ihren Hund mit Leckerlies vom Jagen abzuhalten. Das wird nicht klappen. Dieses Verhalten steckt tief in unseren Vierbeinern drin – und zwar in allen. Mal mehr, mal weniger – aber vom kleinsten Pekinesen bis zum Husky stammen doch alle Hunde letztendlich vom Wolf ab.

Einem Hund das Jagen abzugewöhnen, ist also ein bisschen s,o als würde man einem Specht verbieten in Bäume zu hämmern. Eigentlich gemein von uns Menschen! Aber es hilft ja nichts: ein unkontrolliert jagender Hund ist eine Gefahr für sich und Andere.

So gewöhnen Sie Ihrem Hund das Jagen mit dem Ferntrainer ab

Um dem Hund das Jagen abzugewöhnen, muss man ihm erstmal klar machen, dass dieses Verhalten nicht erwünscht ist - für ihn ist es ja, wie oben schon erwähnt, das normalste der Welt.

Hierbei besteht das Problem, dass Hunde ein Lob oder eine Strafe nur dann mit dem eigenen Verhalten in Verbindung bringen können, wenn das Lob oder die Strafe unmittelbar auf das Verhalten folgt. Das ist im häuslichen Bereich einfach: stielt der Hund vom Tisch, schmeißen wir etwas nach ihm was ordentlich scheppert oder schimpfen laut. Er wird dieses Verhalten dann bald ablegen (zumindest bis Herrchen oder Frauchen aus der Küche sind ;))

Aber was macht man, wenn der Hund ein gutes Stück entfernt ist und dann plötzlich anfängt einem Wildtier hinterher zu hetzen? Man kann versuchen Wurfscheiben, Schlüsselbunde oder dergleichen hinterherzuwerfen. Leider klappt das meist nicht so recht und beeindruckt die meisten Hunde in dieser Situation auch eher weniger (abgesehen davon, dass man danach eine Viertelstunde damit beschäftigt ist im hohen Gras nach dem Wurfgegenstand zu suchen). 

Die Jäger, die in ganz besonderem Maße auf gut folgende Hunde angewiesen sind, haben sich früher so geholfen, dass sie mit feinem Schrot über ihren Hund hinweggeschossen haben. Dieser dann also noch von einzelnen kleinen Schroten getroffen wurde. Diese Methode war nicht nur gefährlich sondern auch ziemlich schmerzhaft für die Hunde.

Die moderne Technik ermöglicht glücklicherweise eine bessere Lösung: das Ferntrainer-Erziehungshalsband. Der Hund trägt dabei ein Halsband mit einem kleinen Elektronikkästchen. Der Hundehalter kann via Fernbedienung aus der Entfernung einen Strafreiz auslösen. Bei einigen Ferntrainern mit spezieller Tonfunktion ist es darüber hinaus sogar möglich, den Hund zu belohen (zur Belohnung später mehr). Es gibt drei Arten dieser Erziehungshalsbänder: Spray-Ferntrainer, Impuls-Ferntrainer und Vibrations-Ferntrainer - mehr zu den verschiedenen Gerätearten und den Vor- und Nachteilen erfahren Sie im Kapitel "Spray- oder Impulsferntrainer".

Unbedingt Eingewöhnungszeit mit dem Erziehungshalsband beachten!

Zunächst ist es wichtig, dass der Hund das Erziehungshalsband etwa eine Woche zur Gewöhnung trägt, bevor Sie mit der Ausbildung beginnen! Das heißt, der Hund trägt den ausgeschalteten Ferntrainer etwa 3 Stunden am Tag – ob zu Hause oder beim Spaziergehen ist dabei egal. Die Gewöhnungszeit hat den Effekt, dass der Hund den Zusammenhang zwischen dem Strafreiz und dem Erziehungshalsband nicht herstellen kann. Der Ferntrainer ist im Laufe der Woche für ihn eine ganz normalen Sache geworden.  Wenn dann die Ausbildung beginnt, weiß er nicht „Aha … das kommt von dem neuen Halsband“. Wenn Sie die Gewöhnungszeit weglassen, klappt das Training mit dem Ferntrainer zwar vorerst genauso gut, aber sobald der Hund das Erziehungshalsband nicht mehr trägt ist wieder alles wie vorher!

Auf das richtige Timing kommt es an!

Das A und O der Hundeerziehung ist das richtige Timing. Man spricht von der sogennanten "3-Sekunden-Regel". D.h. ein Hund verbindet ein Verhalten nur dann effektiv mit der darauffolgenden Belohnung/Bestrafung, wenn diese innerhalb von 3 Sekunden erfolgt. Uns Menschen fällt oft schwer dies wirklich zu verinnerlichen, weil wir Ursache und Folge über viel längere Zeiträume in Verbindung bringen können. Aber noch mal: wenn Sie beim Training mit dem Ferntrainer Erfolg haben wollen, müssen Sie schnell sein!

Ablauf des Anti-Jahd-Trainings: Abrufen - kurz abwarten - Reaktion!

Wenn der Hund ein Wildtier gesehen hat, dann gibt es normalerweise diesen kurzen Moment wo er schlagartig ganz ruhig wird, stehen bleibt und alle Sinne anspannt. Normalerweise dauert die Phase 1-2 Sekunden.  Versuchen Sie, wenn möglich, den Hund bereits in diesem Moment abzurufen. 

Nach dem Abruf geben Sie dem Hund maximal 2-3 Sekunden Zeit auf Ihr Kommando zu reagieren. Falls keine Reaktion erfolgt, d.h. falls er nicht zu Ihnen zurückkommt oder anfängt dem Wildtier hinterherzuhetzen, dann lösen Sie den Ferntrainer aus. Das Wichtigste ist, dass Sie nicht zu lange warten! Wenn Sie den richtigen Zeitpunkt  verpasst haben, d.h. nicht innerhalb von 3 Sekunden nach dem Kommando das Erziehungshalsband ausgelöst haben, dann wiederholen Sie Ihr Kommando und lösen diesmal den Ferntrainer innerhalb des richtigen Zeitfensters aus.

Das Auslösen des Ferntrainer wird Ihren Hund irritieren. Er wird sich erschrecken - die meisten Hunde vergessen in diesem Moment, dass Wildtier dem sie gerade noch hinterhergerannt sind völlig und bleiben "verdattert" stehen. Nutzen Sie diesen Moment um Ihren Hund abzurfen. Er wird das Kommando völlig problemlos befolgen, weil er im Folge des kleinen Schrecks völlig vergessen hat, dass er sich eigentlich im "Jagdmodus" befindet. Es gibt auch Hunde die kommen ohne erneuten Abruf direkt zu Ihrem Besitzer zurück. In beiden Fällen loben Sie den Hund und setzen Sie den Spaziergang ganz normal fort.

Der Hund braucht einige Wiederholungen bis er die Regelmäßigkeit zwischen "Kommando nicht befolgen" und "unangenehmer Konsequenz" verstanden hat.  Die Abrufbarkeit verbessert sich beim Training mit dem Ferntrainer in der Regel sehr schnell. Sobald der Abruf sicher funktioniert, kann die Trainingsintensität noch gesteigert werden, indem bewusst wildreiche Gebiete aufgesucht werden - beachten Sie dabei aber die gesetzlichen Bestimmungen (u.a. zur Leinenpflicht!).

Wie lange Sie den Ferntrainer mieten sollten

Die benötigte Trainingszeit mit dem Erziehungshalsband und damit die Mietdauer  des Ferntrainers hängt vom Alter und Charakter des Hundes ab und natürlich auch davon wieviele Trainingsmöglichkeiten sich in diesem Zeitraum ergeben. Als guten Durchschnittswert würde ich 6 Wochen empfehlen. Wenn Sie wirklich viel Wildkontakt in Ihrer Region haben und der Hund zudem noch relativ jung ist, dann reichen normalerweise auch schon 4 Wochen mit dem Erziehungshalsband aus. Ist der Hund hingegen schon etwas älter oder sehr triebstark, dann sollten zur Sicherheit die 8 wöchige Mietzeit wählen. Natürlich ist es auch noch nachträglich möglich die Mietzeit über die 8 Wochen hinaus zu verlängern, aber meine Erfahrung ist, dass dies relativ selten nötig ist - bei den allermeistens Hunden ist der Trainingserolg nach dieser Zeit schon sehr gut gefestigt. 



Hundeerziehung in einem Satz: gewünschtes Verhalten belohnen, unerwünschtes Verhalten bestrafen.









Jagdtrieb = Instinktverhalten und deshalb schwer abzutrainieren


Vorsicht: Jäger verstehen bei wildernden Hunden keinen Spaß!






Grundkommandos müssen sitzen! Der Hund muss wissen was vom ihm erwartet wird!



Für die Tierwelt sind jagende Hunde eine große Belastung. Im Winter sind viele Tiere darauf angewiesen ihre Kräfte zu schonen. Durch die ständige Beunruhigung durch Haushunde verbrauchen sie zu viel Energie und gehen dann oft jämmerlich an Unterernährung und Erschöpfung ein.













1-wöchige Eingewöhnungszeit mit dem Ferntrainer ist enorm wichtig - der Hund soll das Erziehungshalsband nicht mit dem Strafreiz in Verbindung bringen!!!

Anonsten passiert Folgendes: der Hund folgt super, wenn er den Ferntrainer trägt, aber ohne Ferntrainer ist wieder alles wie zuvor --> unbedingt vermeiden!








3-Sekunden-Regel:
Zwischen Fehlverhalten des Hundes und dem Strafreiz dürfen maximal 3 Sekunden liegen!









Hund abrufen - max. 2 Sekunden warten - und dann das Erziehungshalsband auslösen!













Trainingsintensität erhöhen, sobald der Abruf wirklich sicher klappt!








Normalfall:
6 Wochen Trainingszeit

bei jungen Hunden, viel Wildkontakt:
4 Wochen Trainingszeit

bei älteren und triebstarken Hunden:
8 Wochen Trainingszeit








Tierbedarf Paul Wittrien
Feldstraße 5
D-14548 Schwielowsee
mail@ferntrainer-mieten.de

Telefon: 033209-249999
Beratung: Mo-Sa 13-16 Uhr
Zahlungsmöglichkeiten Sprayhalsband
Zahlung per Überweisung, Kreditkarte, Lastschrift

Mietpreisanrechnung Ausbildungshalsband
gilt nicht bei Spraytrainern/Mietzeitverlängerung